Eingewöhnung
Übergang von Familie in den Kindergarten
Wenn ein Kind zu uns in den Kindergarten kommt, beginnt für die Familie ein neuer Lebensabschnitt, verbunden mit großen Herausforderungen, das Vorbereitung braucht.
Die Eltern erhalten erste Einblicke durch ein ausführliches Kennenlerngespräch und mit der Besichtigung unseres Kindergartens.
Die Eltern können sich bereits im Vorfeld mit unserem Konzept, welches auf unserer Homepage zu finden ist, vertraut machen.
Mit der Besichtigung unserer Einrichtung werden erste Kontakte mit den Erzieher_innen und Kindern geknüpft.
Die Eltern bekommen bei Aufnahme in den Kindergarten einen „Leitfaden zur Eingewöhnung“, der ihnen Sicherheit in dieser Phase gibt, in die Hand. Im ersten Gespräch tauschen sich Eltern und der/die Erzieher/in über die Vorlieben und Abneigungen des Kindes, über Rituale und Werte in der Familie bzw. in der Einrichtung aus und bieten eine sanfte Eingewöhnung, die sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert, an.
Unsere Aufgabe ist es dem Kind zu helfen ungewohnte Räumlichkeiten, neue Menschen, das Getrenntsein vom Elternhaus und einen anderen Tagesablauf zu verarbeiten.
Wir möchten die Eingewöhnungsphase für das Kind und die Eltern so schmerzfrei wie möglich gestalten.
Wir möchten, dass das Kind die ersten Tage gemeinsam mit einem Elternteil erlebt und beide sich nach und nach voneinander lösen.
Wir reagieren flexibel auf die Eingewöhnungsdauer, das bedeutet so schnell wie möglich, so lange wie nötig.
Während des Ablösungsprozesses finden ständige Gespräche über dessen Verlauf statt. Zum Abschluss der Eingewöhnung findet ein ausführliches Gespräch statt.
Vorbereitung auf die Schule
Kinder haben das Recht auf eine Kindertagesstätte, die ihnen hilft, die beschriebenen Kompetenzen bis zum Übergang in die Schule und auch in Vorbereitung auf den Schuleintritt zu erwerben.“ BBP. S.116
Jede Arbeit mit Kindern, von Geburt bis zum Schuleintritt, ist Vorschularbeit.
Es ist unser Ziel, einen optimalen Übergang vom Kindergarten in die Grundschule für unsere Kinder zu gewährleisten.
Eine gute Zusammenarbeit zwischen der Trelleborg Schule und der Carl-Humann-Grundschule sehen wir als notwendig an. Sei es um eine „Schnupperstunde“ für unsere zukünftigen Erstklässler zu bekommen oder gemeinsame Treffen zwischen Erzieher_innen, Grundschullehrern und Eltern zu organisieren.
Der Eintritt in die Schule bedeutet für unsere ältesten Kinder einen neuen Lebensabschnitt, den sie mit Neugierde, gewissen Erwartungen und neuen Herausforderungen erleben.
Wir lehnen die Vorschularbeit im klassischen Sinn ab.
Um dennoch die Kinder angemessen auf diesen neuen Lebensabschnitt vorzubereiten und zu begleiten, trifft sich die Gruppe der Schulanfänger regelmäßig. Hier erhalten sie altersentsprechende und individuell auf sie zugeschnittene Angebote aus dem Berliner Bildungsprogramm. Sie unternehmen Ausflüge und Beobachtungsgänge zu bestimmten Themen und erweitern so ihren Erfahrungsschatz.
Wir wollen gemeinsam mit den Eltern die Kinder so vorbereiten, dass sie selbstbewusst, aktiv und verantwortungsbereit ihre neuen Anforderungen bewältigen können.
Aufgabe der Erzieherin/ des Erziehers ist:
- ihre Neugier, ihre Lernbereitschaft und Vorfreude zu schulen
- Strategien zu entwickeln, die den Kindern helfen, ihre Ängste und Unsicherheit zu überwinden
- die Kinder auf neue Regeln und Zeitplanung vorzubereiten und die Eltern mit einzubeziehen.
- den Kindern eigenverantwortliche Aufgaben zu übertragen
- Kinder anzuregen, Kritik zu äußern und selbst anzunehmen
- das Zusammenleben in der Gemeinsamkeit erlebbar zu machen
- mit den Kindern gemeinsame Konflikte zu lösen
- durch Auswertung von Projekten sie zu befähigen, ihr erworbenes Wissen und ihre Fähigkeiten zu reflektieren
- der sprachlichen Entwicklung der Kinder große Aufmerksamkeit zu schenken
Bildungsbereiche
Ein grundlegender Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, jedem Kind entsprechend seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Wir wollen den Kindern das Heranwachsen zu selbstbewussten und toleranten Menschen ermöglichen.
Wir wollen sie unterstützen eine eigene Gemeinschaft zu bilden, in der sich jeder auch behaupten kann.
Dabei legen wir Wert auf ihre Eigenaktivität (Prinzip des Lernens). Wir fördern ihre Phantasie und Kreativität sowie die gleichzeitige Einbindung in die Gruppe, die ihnen Anregungen und Entfaltungsmöglichkeiten ihrer körperlichen, geistigen und lebenspraktischen Kenntnisse und Fähigkeiten bietet.
Wir fördern die Kinder gemäß ihrer Interessen und orientieren uns an ihren Bedürfnissen.
Wir arbeiten situationsorientiert.
Die Bildungsbereiche des Berliner Bildungsprogramms werden nicht nacheinander abgearbeitet, sondern die Inhalte der Bereiche überschneiden und ergänzen sich in unserem pädagogischen Geschehen, d.h. im Freispiel in den Angeboten, im Wald, bei Ausflügen und Projekten.
Die sieben Bildungsbereiche und ihre Umsetzung im Alltag
Körper, Bewegung und Gesundheit
Bildung ist an Körpererfahrung, die durch Bewegung gewonnen wird, gebunden. Gesundheit ist Voraussetzung für das allgemeine Wohlbefinden des Kindes.
Gesundheitserziehung in unserem Kindergarten beinhaltet:
- Bewegungsanregungen / Ruhephasen
- Koordinations- und Kreisspiele
- Aufenthalt im Freien bei jeder Witterung
- 1 x wöchentlich fahren wir abwechselnd in einen nahen gelegenen Wald oder machen einen Ausflug, z. B. ins Museum
- Bücher über Körper und Geburt
- Rollenspielmaterial
- Gesunde Ernährung
- Andere Esskulturen näherbringen
Auf den umliegenden Spielplätzen und bei unseren Waldausflügen haben die Kinder die Möglichkeit zu klettern, zu rutschen, Höhenunterschiede zu überwinden, auf unterschiedlichen Bodenmaterialien zu laufen (Sand, Gras, Erde, Holz, Steine), zu springen, zu schaukeln, zu balancieren und mit Bällen und Seilen zu spielen.
Tanz- und Singspiele sowie die Möglichkeit zum Toben in unserem Bewegungsraum sind ebenfalls im Kindergarten- Alltag eingebettet.
Durch die verschiedenartigen Bewegungsformen erleben die Kinder ihren Körper, entwickeln Kompetenzen und erweitern ihren Handlungsspielraum.
Natürlich gehören zur Bewegung auch die Ruhephasen. Diese bieten Gelegenheit zur Erholung, Besinnung und Entspannung und das „In-sich-hineinhören“.
Zur Begleitung der Ruhephasen nutzen wir Tonträger mit Entspannungsklängen (Vogelgezwitscher, Wasserplätschern usw.) und auch sehr beliebte Phantasiereisen für Kinder.
Für uns Erzieher_innen ist es wichtig, dass wir die Signale für Bewegungs- und Ruhebedürfnisse des einzelnen Kindes beachten.
Gesunde Ernährung
Die Vorbildwirkung spielt hier eine große Rolle, denn Essgewohnheiten werden bei Kindern sehr stark durch das Verhalten der Erwachsenen geprägt.
Beim Frühstück, Mittagessen und zur Vesper achten wir auf:
- Abwechslungsreiches Essen
- Täglich frisches Obst und Gemüse
- 1x wöchentlich Fleisch
- 1x wöchentlich Fisch
- Biologische Vollwertkost
- Einsatz von Vollkornprodukten (Vollkornnudeln, ungeschälter Reis)
- Verschiedene Salate zum Mittagessen
- Extra Gerichte für Vegetarier, Allergiker oder Kinder mit anderen Unverträglichkeiten und Religionsverbundenheit
- Kuchen- und Plätzchenbacken mit den Kindern
- Tee ohne Zucker
- Angebot von Süßigkeiten nur zu Festen
- Heranführen der Kinder an fremdländische Gerichte
Es ist uns wichtig, dass die Kinder ihr Essen selbst auftun (den kleineren wird dabei geholfen), ablehnen können, wenn ihnen etwas nicht schmeckt, Hunger, Durst und Sättigung kennen, dass eine angenehme Atmosphäre bei Tisch herrscht und mit den Kindern über gesundes Essverhalten und gesunde Nahrungsmittel gesprochen wird.
Rituale zur Körperpflege / hygienische Gewohnheiten
Kinder ahmen das nach, was die Erwachsenen und Kinder in ihrem Umfeld tun und lernen so z.B. Rituale zur Körperpflege und hygienische Gewohnheiten. Dazu gehören:
- Händewaschen vor den Mahlzeiten und nach der Toilettenbenutzung
- Zähneputzen nach dem Mittagessen
- Haare kämmen
- Umziehen, wenn Sachen zu schmutzig werden
Sauberkeitserziehung
Die Erzieher_innen greifen die Signale und Wünsche der Kinder auf. Wir ermöglichen den freien Zugang zu den Kindertoiletten und respektieren den Wunsch des „Alleinseins“, welcher durch zwei separate Toilettenkabinen gewährleistet ist. Die Erzieher_innen besprechen mit den Eltern den Prozess des Sauberwerdens ihres Kindes.
Ruhe und Schlaf
Zwischen 12:30 Uhr und 15:00 Uhr „ruht“ unser Kindergarten. Die Kinder haben die Möglichkeit zu schlafen oder sich auszuruhen.
Die größeren Kinder, die nicht mehr so ein intensives Schlafbedürfnis haben, ruhen sich beim Vorlesen einer Geschichte aus und können danach leise spielen, etwas malen oder basteln und pädagogische Angebote der Erzieher_innen wahrnehmen.
Soziale und kulturelle Umwelt
„Kinder brauchen Wurzeln und Flügel“ (Johann Wolfgang von Goethe) – Wurzeln, um zu wissen, wo sie herkommen und Flügel, um die Welt zu erkunden.
Ohne soziale Beziehungen und kulturellen Einfluss ist Bildung nicht denkbar. Wir unterstützen die Kinder dabei, sich in ihrer Lebenswelt zu orientieren. Das Kindergartenleben wird zu einer festen Struktur im Leben der Kinder.
In Form von Projekten, Ausflügen und Spaziergängen machen wir die Kinder mit ihrem Wohnort, dem Kiez und der Stadt vertraut und stellen somit eine Verbundenheit zu ihr her.
Wir sind offen für alle Kulturen und Religionen vermitteln sie und nutzen sie als Bereicherung für unser Kindergartenleben und die Lebenswelt der Kinder. Ebenso werden in unserer Einrichtung das ganze Jahr traditionelle Feste gefeiert. Dazu zählen natürlich Weihnachten und Fasching.
Schwerpunkte dieses Bildungsbereiches sind für uns:
Alle Kinder haben die gleichen Rechte!
Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden innerhalb der Kindergruppe
- Jedes Kind darf sein, wie es ist
- Wertschätzung erfahren
- Individualität und Gruppe
- Traditionen
- Leben in einer multikulturellen Umwelt
- Eigene Bedürfnisse, Interessen und Gefühle zum Ausdruck bringen
- Konflikte aushandeln, Kompromisse schließen
- Normen, Regeln des Zusammenlebens im Kindergarten vereinbaren
- Respektvoller und differenzierter Umgang mit unterschiedlichen Familienkulturen und Familienstrukturen
Unsere Aufgabe sehen wir darin, jedes einzelne Kind von seiner familiären Basis abzuholen und es für das Kindergemeinschaftsleben in der Gruppe zu öffnen.
Dies erfordert von uns einen engen Kontakt zu den Eltern der Kinder und ein besonderes Interesse an den Ritualen und Traditionen der einzelnen Familien. Aus dieser Wechselbeziehung gewinnen auch wir neue Inspiration für das Gruppenleben im Einzelnen und für das Leben im gesamten Kindergarten.
Am Vorbild der Erzieher_innen erleben die Kinder eine Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung und Unterstützung, des freundschaftlichen Umgangs und des gemeinschaftlichen Handelns. Daraus gewinnen die Kinder Selbstvertrauen in der Gestaltung ihrer eigenen Ideen.
Durch das Angebot unserer Kinderversammlung fördern wir die Kinder Ihre Wünsche und Meinungen in der Gruppe klar zu äußern, wir regen an Kritik zu äußern und anzunehmen und ihre Ideen in die Gruppe einzubringen.
Kommunikation, Sprachen, Schriftkultur und Medien
Die Kinder sollen bei uns Lust auf Sprache und das Sprechen bekommen. Wir achten darauf den Kindern ein gutes sprachliches Vorbild zu sein. Das eigene Tun, wird insbesondere bei kleineren Kindern, sprachlich begleitet.
Die Erzieher_innen bieten sich den Kindern als Gesprächspartner an, drängeln sich dabei aber nicht auf.
Wir hören den Kindern zu und respektieren ihre eigenen Entscheidungen. Die Sprache ist fest in unseren Alltag integriert und wir motivieren die Kinder ihre Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle zu äußern, ihre Erlebnisse zu erzählen, Fragen zu stellen und auch Konflikte verbal zu lösen. Wir bestärken die Kinder darin einander zuzuhören und füreinander da zu sein. Andere „Familiensprachen“ begegnen wir mit Respekt und Wertschätzung.
Wir lernen gemeinsam Lieder und Reime und hören Geschichten.
Wir ermöglichen den Kindern einen vielfältigen Umgang mit Sprache durch:
- Sprachliche Begleitung aller Aktionen
- Sprachspiele, Reime, Lieder, Fingerspiele usw.
- Einsatz verbaler und nonverbaler Kommunikation
- Buchbetrachtungen, Nacherzählen
- Tischgespräche führen
- Regelmäßiges Vorlesen
- Szenen mit Spielfiguren entwickeln
- Aufmerksames Zuhören
- Gesprächsrunden
- Morgenkreis
- Besuch der Bibliothek (und Ausleihen von Büchern)
- Besuch von Kinder- und Puppentheater
Einsatz von Bild- und Videoaufnahmen zu unterschiedlichen Projekten, zur Tagesgestaltung, bei Festen, Theateraufführungen und zu anderen pädagogischen Inhalten (wie z. B. Gestaltung der Eingewöhnung, Übergang zur Schule) wollen wir verstärkt das Medium „Video-Aufnahmen“ einsetzen.
Es bietet zum einen eine Reflexion für die Erzieher_innen, zum anderen können sich die Kinder in ihren unterschiedlichen Aktivitäten erleben und auch die Eltern gewinnen einen noch größeren Einblick in das Kindergartengeschehen.
Wir führen gemeinsam mit den Kindern und für jedes Kind das Sprachlerntagebuch und tauschen uns mit den Eltern über den Entwicklungsstand der Sprache ihrer Kinder aus.
Sollten wir Verzögerungen und Störungen in der sprachlichen Entwicklung der Kinder feststellen, werden die Erzieher_innen gemeinsam mit den Eltern beraten, welche Maßnahmen zu ergreifen sind.
Wir führen mit jedem Kind, im letzten Jahr vor dem Schuleintritt, die Sprachstandsfeststellung durch.
Das Instrument ist die zum Sprachlerntagebuch gehörende „Qualifizierte Statuserhebung Sprachentwicklung vierjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen.“
Wir leiten die Ergebnisse der Sprachstandsfeststellung in zusammengefasster und anonymisierter Form an die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung weiter.
Bildnerisches Gestalten
Durch Zeichnen, Malen, Experimentieren mit Ton, Lehm, Knete, Papier, Filz, Farbe, Wasser usw. setzen sich die Kinder aktiv mit ihrer Umwelt auseinander. Sie verarbeiten Erlebnisse und bringen ihre Empfindungen zum Ausdruck.
Wir geben Kindern die Möglichkeit:
- Jederzeit Bastel- und Malsachen im Gruppenraum zu nutzen (frei zugänglich)
- Sich kreativ auszudrücken und auszuleben
- Ausstellungen zu gestalten
- Kulissen, Bilder usw. für Projekte herzustellen
- Naturmaterialien wie Kork, Muscheln, Sand sowie Stoff nach eigener Phantasie einzusetzen.
Musik
Musik bietet uns nicht nur Verständigungsmöglichkeiten über Sprachgrenzen hinaus, sondern ist auch Quelle für seelische Empfindungen und Genuss.
Wir möchten durch die musikalische Früherziehung bewirken, dass:
- Die Kinder Freude an Musik und Musizieren haben
- Sie über einen altersgerechten Liedschatz verfügen
- Rhythmusgefühl entwickeln
- Erleben, wie sich Musik auf die eigene Gefühlswelt auswirkt (z. B. freudig, traurig)
- Einfache Instrumente zum Musizieren genutzt werden (z. B: Klanghölzer, Triangeln)
- Durch gemeinsames Singen und Vorsingen das Selbstbewusstsein gestärkt wird
- Erleben von Lärm und Stille und Schaffen von Harmonie und Disharmonie
- Durch Üben von Liedtexten die Sprachentwicklung gefördert wird
- Lieder, Tänze und Instrumente unserer Kinder aus anderen Ländern integrieren
Die Verbindung von Musik und Bewegung in Form von Tanz und Singspielen Freude bereitet
Mathematische Grunderfahrungen, Naturwissenschaftliche und Technische Grunderfahrungen
Das mathematische Verständnis für Zahlen, Größen, Formen und Gewichten vermitteln wir den Kindern nicht auf abstrakte Weise, sondern im Alltagsgeschehen.
Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen machen die Kinder im täglichen Kindergartengeschehen und in angeleiteten Experimenten. Sie erfahren beim Erleben der Grundelemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft), der Jahreszeiten und z.B. beim Klettern die Naturgesetze.
Die Kinder werden darin unterstützt sich als Teil der Umwelt zu sehen, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Beim Betrachten und Erleben von Natur, Umwelt, Raum und Zeit erlernen die Kinder ganz unbewusst Geduld, Ausdauer und Konzentration.
Dazu bieten wir folgende Erfahrungsbereiche:
- Verbalisierung von zeitlichen Abläufen in der Tagesgestaltung (heute, morgen)
- Zählen bei Alltagshandlungen (Tisch decken)
- Bekanntmachen mit Datum (Wochentag, Monat, Jahr) und sichtbar machen
- (Kalender)
- Zuordnen und verteilen
- Tisch- und Gesellschaftsspiele (mit Inhalt zählen, zuordnen), Würfelspiele, Domino
- Abzählreime und Verse
- Auseinandersetzen mit der Uhr
- Messen und Vergleichen (Länge, Breite, Höhe, Gewicht, Entfernung)
- Kennenlernen unterschiedlicher Zahlensymbole
- Raum und Möglichkeiten für Experimentieren zu schaffen (z. B.
- Wasserumgießen, Vergrößerungsgläser bereitstellen) usw.
- Im Außengelände Erfahrungsanregungen mit Sand, Wasser, verschiedenen
- Naturmaterialien nutzen
- Bilder, Bücher, Bausteine (in unterschiedlichen Formen und Größen)
- Wachstumsbedingungen beobachten (Wald)
- Unterscheiden von Gerüchen und Geschmack beim Backen und zubereiten kleinerer Speisen (salzig, sauer, süß)
- Mülltrennung im Kindergarten (unterschiedliche Materialien)
- Einsatz von technischen Geräten (Fotoapparat, Kassettenrekorder)
- Gesprächsrunden über Berufe der Eltern
- Beobachten von Naturerscheinungen und Wetter (Wetterkalender erstellen)
Körper, Gesundheit und Pflege
Körperwahrnehmung
Unser Ziel ist es, dass sich jedes Kind im eigenen Körper wohlfühlt. Wir wollen die körperliche Entwicklung durch Bewegung fördern.
Wir wollen erreichen, dass jedes Kind Lust hat sich zu bewegen und Koordinationsvermögen, Geschicklichkeit und Ausdauer erlangt. Dies geschieht durch vielfältige Bewegungsmöglichkeiten in unseren Tobe Räumen im Kindergarten, auf Spielplätzen und bei unseren wöchentlichen Waldbesuchen.
Die Grob-und Feinmotorik schulen wir durch gezielte Angebote, wie großflächiges Malen oder Tasten und Erspüren verschiedener Materialien, sowie Basteln, Schneiden und Kneten.
Wir unterstützen die Kinder den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen. Darauf zu achten sich auch auszuruhen und zu entspannen. Dazu haben die Kinder in unseren Kuschelecken und auf unserer Hochebene jederzeit die Möglichkeit.
Schlafen
Für die jüngeren Kinder beginnt nach dem Essen der Mittagsschlaf. Zum Schlafen wird kein Kind gezwungen.
Wir schaffen in unserem separaten Schlafraum eine gemütliche Atmosphäre und gehen auf die Einschlafgewohnheiten jedes Kindes ein wie z.B. lesen, singen und kuscheln.
Die größeren Kinder haben auch eine Ruhepause in der sie sich bei einem Hörspiel, oder durch Vorlesen einer Geschichte entspannen können.
Danach haben die Kinder die Möglichkeit leise zu spielen, etwas zu malen oder zu basteln.
Sauberkeitserziehung
Jedes Kind wir von alleine sauber. Es bestimmt selbst den Zeitpunkt für den „ersten Gang“ zur Toilette. Am Beispiel der größeren Kinder wird der Gebrauch der Toilette Interessant und es möchte auch so sein wie die „Großen“ und die Windel wird lästig.
Die meisten Kinder werden erfahrungsgemäß von selbst zwischen 2 und 3 Jahren sauber, denn ein Kind kann erst zum Ende des 2. Lebensjahres seinen Schließmuskel kontrollieren.
Die Erzieher_innen unterstützen die kleineren Kinder beim Toilettengang.
Den größeren Kindern steht eine eigene Toilettenkabine zur Verfügung.
Wir möchten, dass die Kinder ein positives Verhältnis zu ihrem Körper, auch ihren Ausscheidungen, entwickeln können.
Kinder sollen lernen, ihren Körper richtig zu reinigen und zu pflegen.
Dazu gehört das Händewaschen nach dem Toilettengang, vor allem vor dem Essen, Zähneputzen nach dem Essen, regelmäßig duschen, Haare waschen und kämmen, eincremen etc.
Sexualerziehung
Kindliche Sexualität ist das normalste der Welt und wird auch so behandelt. Wir vermeiden alles, was die Botschaft vermittelt Sexualität ist etwas Schlechtes. Körperliches Empfinden, Neugier, Unbefangenheit und das sexuelle Interesse der Kinder wollen wir fördern, nicht verbieten oder unterdrücken.
Themen der Sexualpädagogik sind u.a. Bedürfnisbefriedigung, Freiwilligkeit, Schimpfworte, Geschlechter, Sexualität, Fortpflanzung, Geburt und Lebensformen.
Wir wollen den Kindern vermitteln, dass sie sich jederzeit an die Erzieher_innen und andere Personen wenden können.
Gemeinsam werden wir die Regeln kindlicher Sexualität festlegen und den Kindern klarmachen, dass bei Grenzüberschreitungen Konsequenzen eintreten.
Wir wollen unseren Kindern ein Vorbild sein und ihnen Orientierung bieten, in dem wir aktiv mit kindlicher Sexualität umgehen, denn es kann unterschiedliche Folgen haben, wenn kindliche Sexualität unerwünscht oder verboten wird. Es fehlen wichtige Erfahrungen und die Liebes-und Beziehungsfähigkeit wird erschwert.
Sexualität ist ein Prozess, wir bleiben mit den Kindern im Gespräch, weil Kinder unterschiedlichen Alters unterschiedliche Fragen haben.
Wir geben altersangemessene Antworten auf kindliche Fragen zur Sexualität. Dazu gehören altersgerechte Antworten auf Fragen der Kinder zu Körper, Liebe, Partnerschaft, Schwangerschaft und Geburt.
Hierzu bieten sich Gespräche im Morgenkreis und vorlesen von Kinderbüchern in der Mittagspause, sowie Projektarbeit mit dem Thema Familie und bemalen des eigenen Körpers an. Geeignet ist die Kindergartenbox, die einerseits Materialien für Erzieher_innen mit Anregungen und Methoden für eine sexualfreundliche Erziehung im Kindergarten anbietet, andererseits Materialien für die Kinder, die es ermöglichen, situationsbezogen auf aktuelle Ereignisse oder Fragen der Kinder einzugehen.
Der Inhalt der Kindergartenbox unterscheidet nach Alter und Entwicklungsstand. Die Materialien sind miteinander kombinierbar und sprechen unterschiedliche Gewohnheiten und Vorlieben der Kinder an.
Gesunde Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist bei uns oberstes Gebot. Sowohl das Frühstück, die Vesper als auch das Mittagessen ist schmackhaft und abwechslungsreich. Zum Frühstück und zur Vesper gibt es täglich frisches Obst und Gemüse.
Das Mittagessen wird von einem regionalen BIO-Catering-Service gebracht.
Der wöchentliche Speiseplan hängt für die Eltern an unseren Informationstafeln aus.
Auf Vorlieben und Allergien und jahreszeitgemäßes Nahrungsangebot nehmen wir bei allen Mahlzeiten Rücksicht.
Beim Frühstück und beim Mittagessen gelten einige Regeln. Zum Frühstück holen sich die großen Kinder das benötigte Geschirr selbst.
Danach räumen sie ihren Platz auf. Der Mittagstisch wird vom Tischdienst (zwei -bis drei Kinder) gedeckt.
Wir wollen so Selbständigkeit und Verantwortung fördern. Das Mittagessen nehmen sich die Kinder selbst auf. Den kleineren Kindern wird dabei selbstverständlich von den Erzieher_innen geholfen.
Die Erzieher_innen fördern die französische Art des Essens, d.h. man nimmt sich oft und wenig Essen auf den Teller.
Bei uns wird kein Kind zum Essen gezwungen. Sie können ihr Essen probieren und dann natürlich verweigern.
Wir bringen den Kindern auch andere Esskulturen nahe, z.B. mit den Händen oder mit Stäbchen essen.
Außerdem wollen wir den Kindern vermitteln Essen als etwas Genussvolles in einer ruhigen Atmosphäre zu erfahren und ohne Zeitdruck genießen zu können.
Zu jeder Zeit stehen bei uns sichtbar Wasser und ungesüßter Tee zur Verfügung.
Wir verzichten im Kindergartenalltag auf Süßigkeiten. Diese gibt es nur zu besonderen Anlässen, wie Kindergeburtstage und Festen.
Von unserem Essensanbieter erhalten wir einmal in der Woche eine süße Nachspeise, dies kann ein Pudding, Joghurt mit Früchten oder ein Kuchen sein.
Raumgestaltung
„Raumgestaltung ist gestaltete Wirklichkeit. Sie ist Ausdruck gesellschaftlich – kultureller Realität, in der man sich abgrenzend oder zustimmend in Beziehung setzen kann.“ (BBP S: 36)
Wir regen durch differenzierte Raumgestaltung die Wahrnehmung der Kinder an. Durchdachte Raumgestaltung hilft unseren Kindern, Eigenaktivität, Kommunikation, soziales Zusammenleben und Körpererfahrungen zu fördern und Ideen zu entwickeln.
Unsere Räume sind zum Wohlfühlen da und bieten den Kindern verschiedene Rückzugsmöglichkeiten.
Unsere Räume sind Forschungs- und Experimentierfelder, in denen die Kinder mit allen Sinnen tätig sein können, um sich ein Bild von sich selbst, von den anderen und von der Welt machen zu können.
Unsere Aufgaben als Erzieher_innen:
Gemeinsam mit den Kindern entwickeln wir Ideen für die Gestaltung unserer Räume. Wir achten darauf, dass unterschiedliche Kulturen und Traditionen sich widerspiegeln können.
Durch eine durchdachte Farb-und Lichtauswahl fördern wir das ästhetische Empfinden der Kinder. Unsere Gruppenräume sind klar strukturiert. Sie sind unterteilt in Funktionsecken, z.B. (Bauecke etc.) und Lese-und Kuschelecken.
Somit geben wir den Kindern Orientierung und Sicherheit. Es gibt genügend Platz für Rückzugsmöglichkeiten und zum Spielen.
Das Material, wie Bastel-und Malutensilien und Gesellschaftsspiele, sind für die Kinder auf Augenhöhe platziert und somit frei zugänglich. Projektbeschreibungen, Projektdokumentationen in Form von Kinderwerken und Bildern sind an der Infotafel zu finden. So schaffen wir Transparenz unserer Arbeit für die Eltern.
Wir stellen ihnen ausgewählte Materialien zum forschen und experimentieren zur Verfügung und geben ihnen die Möglichkeit den Umgang mit Werkzeugen zu erlernen.
Wir schaffen die Möglichkeit, sich in den Räumen und auf den umliegenden Spielplätzen vielseitig zu bewegen und im Wald die Natur zu erleben.
Beobachten und Dokumentieren
Beobachten und Dokumentieren ist unser wichtigstes Werkzeug, um die Kinder in ihrem Bildungsprozess zu unterstützen.
Beobachten der Entwicklung des einzelnen Kindes wird dokumentiert:
- im Sprachlerntagebuch
- in den Beobachtungs- und Entwicklungsbögen
- anhand von Fotos, Zeichnungen, Kunstwerke der Kinder
- und einmal jährlich in einem Entwicklungsgespräch mit den Eltern reflektiert.
Die Dokumentation jedes Kindes wird von den Erzieher_innen vertraulich behandelt und ist ohne Zustimmung der Eltern nicht für Außenstehende einsehbar.
Wir beobachten das Leben der Kindergemeinschaft:
- wer spielt mit wem, womit und wo besonders häufig?
- wer beschäftigt sich überwiegend allein?
Die Dokumentation des Gruppenlebens erfolgt durch Anfertigung von Fotowänden. Vierzehntägige Reflexionsgespräche zwischen den Erzieher_innen ermöglichen eine Analyse des gegenwärtigen Gruppenlebens.
Gestaltung der Teamarbeit
Die Rolle der Leiterin
„Ich sehe unsere Konzeption als wichtigsten Bestandteil des Kindergartens, vertrete diese nach Außen und unterstütze und begleite die Mitarbeiter_innen bei der Umsetzung.
Mein Leitungsverständnis ermöglicht den Erzieher_innen eigenständiges Arbeiten in Zusammenarbeit mit allen Beschäftigten.
Ich schätze und habe Vertrauen in die unterschiedlichen Fähigkeiten der Erzieher_innen und ermuntere jeden einzelnen diese in die pädagogische Arbeit miteinzubringen.
Mit jedem Mitarbeiter führe ich regelmäßig Mitarbeitergespräche. Dabei erhält jeder eine Rückmeldung der geleisteten Arbeit (Anerkennung und Kritik) und Zielvereinbarungen werden definiert.
Jeder Mitarbeiter hat die Möglichkeit seine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Ich habe für jedes Anliegen der Erzieher_innen, Kinder und Eltern ein offenes Ohr. Sie können mit ihren Problemen, Sorgen, Fragen und Freuden jederzeit zu mir kommen.
Ich achte darauf, dass alle Erzieher_innen und Ich an regelmäßigen Fort-und Weiterbildungen teilnehmen, sodass eine hohe Qualifizierung unseres Teams gewährleistet ist. Zu meinem Aufgabenbereich zählt außerdem der Verwaltungsbereich.
Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit, ist die Zusammenarbeit mit den Eltern. Regelmäßige Treffen mit den Elternvertretern und die Teilnahme an Elternabenden sind für mich selbstverständlich.“ (Swetlana Parchwitz).
Zusammenarbeit im Team
Wir arbeiten im Team zusammen. Wir schätzen die Stärken jedes Mitarbeiters, begegnen uns untereinander mit Offenheit, Wertschätzung, Akzeptanz, Respekt, Vertrauen und Interesse. In dieser Atmosphäre ist es uns möglich Kritik zu äußern und anzunehmen.
Wir haben unterschiedliche Meinungen, die nebeneinander bestehen dürfen.
Alle Entscheidungen werden demokratisch getroffen und von jedem Mitarbeiter mitgetragen.
Wir unterstützen uns gegenseitig bei Personalausfall.
Wir übernehmen Verantwortung und entsprechend unserer Möglichkeiten und Kompetenzen auch gruppenübergreifende Aufgaben.
Wir gestalten und pflegen unsere Teambeziehungen durch Reflexion sowie Kommunikations- und Konfliktlösungsbereitschaft.
Die Teamarbeit ist elementare Voraussetzung zur Erreichung unserer Ziele, insbesondere zur Umsetzung unseres Konzepts.
Die Konzeption und deren Umsetzung werden gemeinsam im Team erarbeitet und sind damit eine wichtige Grundlage für die interne Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung.
Alle zwei Wochen findet unsere Teamsitzung statt. Diese Zeit ist Arbeitszeit.
Unsere Teamsitzungen haben folgende Inhalte:
- Weitergabe von Informationen,
- Gespräche über einzelne Kinder , Gruppensituationen sowie laufenden Projekten und Angeboten,
- Auswertungen über erfolgte Beobachtungen einzelner Kinder,
- Austausch über Elterngespräche, Elternabende, Fortbildungsinhalte, Kollegiale Beratung, Fallbesprechungen und regelmäßige Reflexion der eigenen Arbeit.
Inhaltliche Punkte werden gesammelt und gemeinsam bearbeitet. Es wird ein Protokoll angefertigt.
Darüber hinaus finden jährlich Teamtage statt. In diesen Tagen findet die Überarbeitung der Konzeption, Teamentwicklung und Selbstreflexion statt.
Die Ergebnisse dieser Tage wird den Eltern anschließend veröffentlicht.
Alle Mitarbeiter_innen nehmen regelmäßig an Fort-und Weiterbildungen teil. Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden ins Team getragen.
Prinzipien für Qualitätsentwicklung
Um die Qualität unserer pädagogischen Arbeit zu sichern und zu steigern beschäftigen wir uns mit folgenden Qualitätskriterien in den Bereichen:
- Alltagsgestaltung
- Spiel
- Raumgestaltung
- Beobachtung und Dokumentation
- Erziehungspartnerschaft mit Eltern
- Übergang in die Grundschule
- Demokratische Teilhabe
- Zusammenarbeit im Team
- Regelmäßige Fort-und Weiterbildung
- Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
Diese Qualitätskriterien bilden die inhaltliche Grundlage für die interne und externe Evaluation.